Das Ziel des DKSV war, Kanusportler an Wettkämpfe heranzuführen. Dabei sollten sie neben ihrer Ausdauer und ihrer Geschicklichkeit auch ihr Wissen unter Beweis stellen. Der TMK wurde zuerst auf Bezirks- und Kreisebene, auf einer 6-12 km langen Strecke durchgeführt. Für die bis 15 km lange Wettkampfstrecke der zentralen DDR-Bestenermittlung war der Besitz des Wasserwanderwimpels erforderlich. Für die Bewältigung der Wettkampfstrecke war eine Grundzeit festgelegt, wobei ein Überschreiten Punktabzug bedeutete.
An elf Wertungsstellen mussten Aufgaben aus folgenden Bereichen gelöst werden:
1. Kenntnis von zehn Kartenzeichen
2. Landtransport von mindestens 100 m
3. Entfernungsschätzen
4. Bestimmen einer Marschrichtungszahl
5. Drei Fragen zur Binnenwasserstraßenverkehrsordnung
6. Bestimmen der Himmelsrichtung ohne Kompass
7. Drei Fragen zur Ersten Hilfe
8. Einnorden der Karte, Umrechnung von Kartenmaßstäben, Kartenlesen
9. Kenntnis von mindestens drei Pflanzen
10. Drei Fragen zum aktuellen Zeitgeschehen
11. Geschicklichkeitszeitfahren.
Bis 1966 wurden die zentralen Bestenermittlungen in dieser Form durchgeführt. Zur 5. Bestenermittlung 1967 (Berlin) wurden die Wettkampfbedingungen geändert, damit die kanusportlichen Disziplinen mehr Gewicht bekamen. Gewertet wurde demnach dir folgenden Disziplinen:
1. eine 300 m Zeitfahrstrecke,
2. eine 50 m Geschicklichkeitsstrecke (Slalom),
3. eine 100m Stechpaddelstrecke,
4. ein 1 000m Geländelauf nach Karte und Kompass,
5. Schießen,
6. 50 m Schwimmen mit Boot.
Wie zuvor wurde in verschiedenen Altersklassen, getrennt nach Geschlecht, im F1 und F2 gestartet. Für eine einheitliche Regelung im Deutscher Kanu-Sport-Verband der DDR (DKSV) für die folgenden Bestenermittlungen wurde 1968 eine Arbeitsgruppe gebildet, welche die von den Berliner Wasserwanderern aufgestellten Wettkampfbedingungen überarbeiteten. Die Disziplin Schießen wurde als Beitrag zur Erhöhung der Verteidigungsbereitschaft der DDR beibehalten.
Durch die leistungssportorientierten Verbandsleitung wurde jedoch im selben Jahr eine weitere Durchführung des zentralen TMK untersagt. Sie sahen die steigenden Teilnehmerzahlen des TMK als ein Hindernis bei der Kadersuche für den Kanurennsport. In vielen Bezirken wurden sie aber weiter durchgeführt und sorgten besonders in der Jugendarbeit für Aufschwung. Hauptsächlich in den Nordbezirken waren sie ein fester Bestandteil des Sportjahres geworden.
Im Jahr 1971 versuchte die Kanusektion der BSG Aufbau Brandenburg einen Neuanfang und organisierte einen zentralen TMK als Einladungsveranstaltung, die Bezeichnung "DDR-Bestenermittlung" musste jedoch entfallen. Offiziell wurde dieser Wettkampf mit "Bezirksvergleich im TMK" bezeichnet. Er war aber kein Bestandteil des zentralen Fahrtenprogramms der Kanu-Touristik-Kommission (KTK) des DKSV. Als bis heute feststehenden Zeitpunkt wurde das letzte Wochenende der Sommerferien, Ende August, gewählt. Außerdem wurde erneut eine neue Wettkampfordnung diskutiert und verabschiedet. Die Grundlage für das Auswertungssystems bildete die alte Form des "Modernen Fünfkampfes" mit Platzzifferbildung und Additiven. Dabei waren nun folgende Einzeldisziplinen zu absolvieren:
1. ca. 500m Zeitfahren,
2. Slalom durch mindestens acht Tore,
3. ca. 250 m Stechpaddeln,
4. max. 2 000 m Laufen (Geländelauf),
5. Schießen mit Luftgewehr,
6. 50 m Schwimmen in beliebiger Lage.
Der gesamte Wettkampf musste dabei in einem touristisch geeigneten Boot bestritten werden, wobei ein Bootswechsel nicht gestattet war. Entsprechend der jeweils gemeldeten Teilnehmerzahl wurde in 24 bis 30 Rennen gestartet. Diese berücksichtigten die Alterklassen, angefangen bei 12 und endend bei 60 Jahren, männlich, weiblich und Mix. Auch Nachwuchsleistungssportler konnten an diesem Wettkampf teilnehmen, wobei sie nicht immer gewannen. Entsprechend den örtlichen Gegebenheiten, mussten einzelne Disziplinen geringfügig geändert werden und bei niedrigen Temperaturen fiel das Schwimmen aus (falls keine Schwimmhalle vorhanden).
Die zentrale Bestenermittlung im TMK wurde zur führenden Jahresveranstaltung, der im DKSV organisierten, Kanutouristen. Am 17. TMK (1977) in Neubrandenburg nahmen sogar 777 Paddler teil. Bei den nach 1977 folgenden zentralen TMK beteiligten sich immer um die 700 Kanuten. „Der Austragungsort für die zentrale Bestenermittlung im TMK wurde für jedes kommende Jahr von der KTK bestimmt. Beim zentralen TMK wurde ein Wanderpokal für den erfolgreichsten Bezirk, einer für die erfolgreichste Kanusektion, einer für die Erwachsenen, einer für die Junioren, einer für die Kinder und Jugend sowie einer für Kinder einer Kanusektion vergeben. Ein weiterer Höhepunkt war der 27. DDR TMK im Neubrandenburger Kulturpark, an dem sich der 830 Kanuten beteiligten.
1990 gingen bei der letzten zentralen DDR-Bestenermittlung im TMK (in Schwerin), die Vizepräsidenten des DKSV (Dr. Ulrich Juschkus) und des DKV (Dr. Karl-Albrecht Kumm) gemeinsam im Zweier an den Start.
Laut Buhl et al. (2002) war die Begeisterung für diesen Wettkampf bei den Kanuten der neuen Bundesländer groß. Auf Initiative von Gerhard Schreiber entschied sich deshalb der LKV M-V, den TMK als Kanu-Fünf-Kampf (KFK) mit den folgenden Disziplinen fortzuführen:
1. ca. 500m Zeitfahren,
2. Slalom durch acht Tore,
3. ca. 250 m Stechpaddeln,
4. ca. 1 000 m Laufen,
5. 50 m Schwimmen in beliebiger Lage
Er wurde nun vom Kanu-Club Neubrandenburg und vom Kanuverein Motor-Süd Neubrandenburg ausgerichtet. Bis heute findet er immer in Neubrandenburg statt und wird auch von Kanuten der alten Bundesländer besucht. Der 10. KFK 2000 wurde erstmals selbständig von der Abteilung Kanu des SV Motor Süd Neubrandenburg organisiert. Beim KFK in Neubrandenburg nehmen jährlich um die 250 Sportler aus ca. 20 Vereinen teil. Neben dem großen KFK in Neubrandenburg existieren aber noch weitere kleine Kanumehrkämpfe. Die meisten werden dabei in M-V ausgetragen. So finden in Greifswald, Rostock und Wismar jährlich kleinere Kanumehrkämpfe statt. Aber auch in Brandenburg (Potsdam) werden jedes Jahr Landesmeisterschaften im KFK, vom Kanu-Club Rehbrücke e.V., ausgetragen.
Literatur:
Buhl, R., Juschkus, U., Lempert, W., Tuch, W. (2002). Kanu in der DDR Teil
1: Die Kanu-Touristik. (1. Auflage). Duisburg; DKV-Wirtschafts- und
Verlag GmbH.
Martens, C.-H Martin, K., Slomma, H., Stenzel, D. (2004). 50 Jahre
Kanusport in Neubrandenburg. Die Entwicklung beim Sportverein Motor
Süd Neubrandenburg in der Lindenstraße. Neubrandenburg: Punktwerbung.
Müller, G. (1997). Kanu-Triathlon- der Vielseitigkeitswettkampf. Kanu-Sport, 5,
208-209.
Rusch, A. (2005). Die Entwicklung des Kanusports in
Mecklenburg-Vorpommern. Schwerpunkt Freizeitsport.